Verband: 2012 wird für die Leichtathleten ein ereignisreiches Jahr
Die Basis für eine erfolgreiche Zukunft ist in der abgelaufenen Freiluftsaison gelegt worden. Auf der VKLA-Tagung im SportCentrum Kaiserau, die das höchste Leichtathletik-Gremium im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen ist, zog FLVW-Vize-Präsident Leichtathletik, Hans Schulz, einen positiven Rückblick.

"Die westfälische Leichtathletik konnte 2011 ihre größten Erfolge im Nachwuchsbereich erringen. Erfreulich ist dabei vor allem, dass die herausragenden Resultate nicht nur in den Leistungszentren, sondern auch in den kleineren Vereinen erzielt wurden, die flächendeckend über das gesamte Verbandsgebiet verteilt sind. Wichtig ist, dass wir diese kleinen Nester weiter pflegen, denn wir brauchen sie dringend."
Stellvertretend für die westfälischen Top-Nachwuchs-Leichtathletinnen und - athleten nannte Hans Schulz Desiree Singh (LG Lippe-Süd), die bei den U18-Weltmeisterschaften in Lille (Frankreich) mit dem neuen deutschen B-Jugendrekord von 4,25m im Stabhochsprung "Gold" gewann, Lena Malkus (LG Ratio Münster), die bei den U20- Europameisterschaften in Tallinn (Estland) neue Titelträgerin im Weitsprung mit 6,40m wurde, sowie Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) und Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund), die bei der U20-EM der siegreichen 4x100m-Staffel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes angehörten.
Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu vertraten acht Athletinnen und Athleten die westfälischen Farben. Auf nationaler Ebene unterstrich der FLVW bei den deutschen Meisterschaften der Erwachsenen in Kassel mit jeweils fünfmal „Gold“ und „Silber“ sowie achtmal „Bronze“ seinen Führungsanspruch im DLV. Auch bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Jena zählte der FLVW mit 13-mal „Gold“, elfmal „Silber“ und fünfmal „Bronze“ zu den erfolgreichsten Landesverbänden im DLV.
Viele westfälische Medaillengewinnerinnen und -gewinner werden auch im kommenden Jahr im Fokus stehen. Hans Schulz freut sich daher bereits jetzt schon auf die deutschen Freiluftmeisterschaften der Männer und Frauen am 16./17. Juni in Bochum-Wattenscheid. "Diese Titelkämpfe bilden ein besonderes Highlight , denn sie bieten Qualifikationsmöglichkeiten für die Europameisterschaften in Helsinki und für die Olympischen Spiele in London." Hans Schulz bat die Kreis-Vorsitzenden, jeweils einen Bus zu chartern und mit den Jugendlichen die Meisterschaften zu besuchen.
Hautnahe Spitzen-Leichtathletik kann man in Westfalen auch bei den deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften am 28./29. Januar 2012 in Dortmund und gut ein Jahr später bei den deutschen Hallen-Titelkämpfen der Männer und Frauen am 23./24. Februar 2013 an gleicher Stelle erleben. "Im Nachgang zu den Olympischen Spielen in London dürften die zuletzt genannten Meisterschaften ebenfalls eine hochinteressante Veranstaltung sein," betonte Hans Schulz.
Anlässlich der VKLA-Tagung stellte sich die neue Leiterin der Stabsstelle Kommunikation beim FLVW, Meike Ebbert, erstmalig in einem größeren Rahmen den westfälischen Leichtathleten vor. Die frühere Rundfunk-Moderatorin möchte in Westfalen neben der Pflege der Printmedien vor allem die Zusammenarbeit mit Hörfunk und Fernsehen intensivieren. Gleichzeitig soll über den Medien- und Kommunikationsausschuss (MuKA) die Kooperation mit den Kreisen verbessert werden. Zudem plädierte sie für eine bessere Nutzung der Social Media (u.a. facebook), die ihrer Meinung keine Modeerscheinung, sondern eine grundsätzliche Veränderung unserer Kommunikationslandschaft bilden. "Auf dem Gebiete der Social Media sollten wir lieber selber aktiv werden als hinterher nur zu reagieren zu müssen," sieht Meike Ebbert großen Handlungsbedarf.
Neu beschäftigt beim FLVW ist auch Astrid Kraning, die sich im Rahmen des Projektes "NRW bewegt seine Kinder" engagiert. Ausgangspunkt des Konzepts sind die erschreckenden Zahlen über den Gesundheitszustand und die motorischen Fähigkeiten vieler Kinder und Jugendlicher. Schwerpunkte der Arbeit von Astrid Kraning bilden vor allem die Kindertagesstätten/Kindertagespflege, der außerunterrichtliche Schulsport/Ganztag, die Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein und die kommunale Entwicklungsplanung/Netzwerkarbeit.
FLVW-Vize-Präsident Gundolf Walaschewski berichtete detailliert über die bevorstehende Strukturreform. Ziel der Veränderungen ist eine fortwährende Anpassung der FLVW-Kreis-Grenzen an die Grenzen der kommunalen Kreise und kreisfreien Städte. So kann die Zahl der Kreise von augenblicklich 33 auf 26 reduziert werden. Dies würde u.a. eine Kostenersparnis von 250000 bis 300000 Euro erbringen. Die Strukturreform soll bis zum Verbandstag 2013 abgeschlossen sein. Für das kommende Jahr ist ein außerordentlicher Verbandstag geplant.
"Die Leichtathleten haben wahrscheinlich weniger Probleme mit der Strukturreform als die Fußballer," kommentierte der VKLA des Kreises Lüdinghausen, Bernhard Bußmann. Und der LA-Vorsitzende des Kreises Beckum, Eberhard Vollmer, ergänzte: "Uns kann es gar nicht schnell genug gehen."
Im Rahmen der sehr harmonisch verlaufenen Tagung überreichten Hans Schulz und der VLA-Vorsitzende, Peter Westermann, Bernhard Bußmann (Olfen) und Hans Grebe (Schmallenberg) für ihr langjähriges Engagement im Bereich der Leichtathletik jeweils einen Präsentkorb Bernhard Bußmann kann inzwischen auf eine 30-jährige Trainer-Tätigkeit zurückblicken, und der immer jung gebliebene Hans Grebe feierte vor kurzem seinen 70. Geburtstag (Bild).
Von: Peter Middel



